Krankenversicherung

Wer in die Schweiz auswandern, dort alleine oder mit der Familie leben und arbeiten möchte, für den gilt die obligatorische Krankenpflegeversicherungspflicht gemäß Krankenversicherungsgesetz. Das bedeutet, dass jedes Familienmitglied zumindest eine Grundversicherung abschließen muss, Zusatzversicherungen für einen umfangreicheren Versicherungsschutz sind hingegen freiwillig.

Rund 90 Krankenversicherungen sind in der Schweiz niedergelassen, unter denen der Versicherungsnehmer die freie Wahl hat. Bei der Grundversicherung bestehen in der Regel kaum Unterschiede im Leistungsspektrum der einzelnen Kassen, soll eine Zusatzversicherung abgeschlossen werden, lohnen sich allerdings intensive Vergleiche. Ähnlich dem deutschen System privater Krankenversicherungen bezahlt in der Schweiz jede Person, unabhängig vom Einkommen eine so genannte Kopfprämie, die von Kasse zu Kasse und von Kanton zu Kanton unterschiedlich ist. Es gibt also keine Familienversicherungen, wie wir sie aus dem deutschen Gesundheitssystem kennen. Für Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene gelten jedoch reduzierte Beitragssätze, ebenso wie für Personen, die in bescheidenen wirtschaftlichen Verhältnissen leben.

Die Zusammensetzung der Kosten zur Krankenversicherung in der Schweiz erscheint auf den ersten Blick ein wenig verwirrend, unterliegt jedoch einer klaren Gliederung, wonach ein Teil der Behandlungskosten vom Versicherten getragen werden muss. Die eigentlichen Beiträge zur Krankenversicherung sind dabei relativ gering gehalten, es kommt aber noch die Kostenbeteiligung hinzu, die sich aus der ordentlichen Franchise und einem Selbstbehalt von 10 % des Rechnungsbetrages zusammensetzt. Ein Beispiel verdeutlicht die Berechnung recht einfach:

Der Beitrag zur Krankenkasse beträgt beispielsweise 250 Franken pro Monat. Hinzu kommt das ordentliche Franchise von jährlich 300 Franken, wobei Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre keine ordentliche Franchise bezahlen müssen, plus einem Selbstbehalt von 10 Prozent der jährlichen Behandlungskosten. Sind nun im Laufe des Jahres Behandlungskosten von 2000 Franken entstanden, wird das ordentliche Franchise vom Rechnungsbetrag abgezogen und von den restlichen 1700 Franken noch einmal 10 Prozent Selbstbehalt (170 Franken) von der Kasse veranschlagt. Der Versicherungsnehmer bezahlt also von diesen 2000 Franken Behandlungsentgeld nur 470 Franken selber, sowie seine monatlichen Kassenbeiträge. Das Maximum des Selbstbehalts ist auf 700 Franken pro Jahr festgelegt, bei Kindern und Jugendlichen bis 18 Jahre liegt dieser Satz bei 350 Franken. Es kommen somit maximale Kosten von 1000 Franken im Jahr zusätzlich zum monatlichen Kassenbeitrag auf den Versicherten zu. Außerdem kann das ordentliche Franchise, je nach Wunsch auch erhöht werden, wodurch sich der Faktor Selbstbehalt entsprechend kürzt.

Achtung! Die Grundversicherung gewährleistet für alle eine qualitativ hohe und umfassende medizinischen Versorgung. Für zahnärztliche Kosten ist jedoch eine Zusatzversicherung dringend anzuraten, denn im Rahmen der Grundversorgung ist lediglich die Versorgung schwerer Erkrankungen des Kausystems abgedeckt.